1954 geboren in Berlin.
1973–1979 Teilnahme an Grafikkursen bei Robert Rehfeldt.
1974–1979 Arbeit als Bühnentechniker am Deutschen Theater, Berlin.
Seit 1979 freies Arbeiten als Maler und Grafiker in Berlin.
Seit 1988 lithographische Arbeit in der Werkstatt Künstlerische Lithographie, Berlin.
1991 Mitbegründung der Berliner Künstlergruppe „Opossum“ und des Vereins Kunstwerkstatt Treptow e.V.
Seit 1994 Leitung von Malkursen für Kinder. Im gleichen Jahr entstand ein Märchen für Kinder: „Das eingeweckte Lachen“ – Grafikmappe/Hörstück (in Zusammenarbeit mit Klaus-Peter Gross, Martin Lotz, Werkstatt Künstlerische Lithographie/Musikschule Berlin-Treptow).
Seit 1995 Mitgliedschaft im Berufsverband Bildender Künstler (BBK), Berlin.
Seit 1999 Vorträge und Druckvorführungen zum klassischen Steindruck im Museum Europäischer Kulturen in Berlin sowie Leitung von künstlerischen Jugendzirkeln.
2001–2005 Arbeitsaufenthalte in Österreich: Wien, Salzburg (Grafische Werkstatt im Traklhaus).
2006 Gemeinschaftsarbeit (Radierungen) mit Thomas Nemec „Berlin-Jazz“ in der Werkstatt Künstlerische Lithographie Berlin.
2007 gemeinsame Leitung des Projektes „20 Jahre Werkstatt Künstlerische Lithographie Berlin“ mit dem Künstler Martin Lotz und Herausgabe der Grafikedition mit 21 Lithographien.
2004–2009 Arbeitsaufenthalte als Gastkünstler sowie Leitung von Lithographiekursen in der Schweiz: Graubünden (Lithographie- und Radierwerkstatt Schloss Haldenstein).

Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen u.a. in Berlin, Hamburg, Köln, Potsdam, Quedlinburg, Neuruppin, Brandenburg, Havelberg; Graz, Salzburg, Innsbruck, Wien, Art Bodensee in Dornbirn (Österreich), Eschen (Liechtenstein), Winterthur, Haldenstein, Chur (Schweiz), Regensburg.
Werke sind im Besitz des Bezirksamtes Berlin-Treptow, der Stadt Winterthur, der Grafischen Werkstatt im Traklhaus Salzburg und in Privatbesitz. Im öffentlichen Raum: Wandmalerei im Trainingszentrum der Lufthansa in Berlin und der Artothek Berlin-Adlershof.

Epistel an Hieronymus Bosch
Bosch, haben deine Geschöpfe dich je verschont! Tanzt nicht das Höllenpack nachts auf deinem Dach und schürt mit Blasebälgen dein Feuer im Herd — hast du nicht manchmal Gäste, die gehn durch die Wand, zertrampeln dein Brot und spucken in deinen Wein! In deinem Reich gibts Schatten und Scheine von Würgeengeln und Raupen und Totenköpfe die betteln vor deiner Tür und Butt und Flugfisch in Mengen und Tollkirschwälder, hab ich mir sagen lassen und Feuerglocken hoch in den Tropfsteintürmen; Täglich birgst du altes Gerumpel aus den Sümpfen von Holland, schweigsames Treibgut der Grundwasserreiche, aus unterirdischen Fallen befreist du das Wild, das verdurstend von Afrika rüberkommt, hab ich mir sagen lassen und führst es hoch ans Licht und an die Tränke. Bosch, wie lebt es sich hier, mit Herrenwölfen und Mumien und Toten auf einer Bütte Stroh — wie lebst du, Alter, daß die Holzfußvögel und Eulen und Einhörner nur so kommen und gehn und die Tintenwolken abregnen auf deinen Schlafplatz und der Tagmond auf und ab fliegt spinnenbehangen! Ich reiste mal durch dein Land, Bosch, meinen Schlitten zog der schwarze Schneefisch ächzend, mein Kutscher war ein Pfau mit beinernen Flügeln, wir fuhren die großen Guckkastenstraßen hinunter ins gläserne Fischreich. Da sah ich dich in einem Glasberg sitzen und Steine werfen, aber das Glas war haltbar es war zum Lachen, Bosch, es gab keine Scherben, und du hocktest drin, und Haie und Krebse fauchend machten sich über dich her; und mein Kutscher lachte. Du lebst noch, Bosch! Deine Delphine, hab ich mir sagen lassen verzehren ein Käuzchen zur Mahlzeit, und deine Raubtiere sind nur wenig hungrig — da wird dein Reich, Bosch, lange bestehen bleiben bis es aufgefressen ist!
CHRISTOPH MECKEL Flaschenpost für eine Sintflut